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Wie funktioniert eine Wärmepumpe? Einfach erklärt — mit Verbrauch und Kosten 2026

Wie funktioniert eine Wärmepumpe? Einfach erklärt — mit Verbrauch und Kosten 2026

Editör · 28. August 2026

Rund drei Viertel der Energie, mit der eine Wärmepumpe Ihr Haus heizt, kommt nicht aus der Steckdose, sondern aus der Umwelt: aus der Außenluft, dem Erdreich oder dem Grundwasser. Der Strom dient nur als Antrieb, um diese kostenlose Umweltwärme auf Heiztemperatur zu bringen. Wie das technisch funktioniert, lässt sich in vier Schritten erklären — ganz ohne Physikstudium.

Kurz gesagt: Eine Wärmepumpe arbeitet wie ein umgekehrter Kühlschrank. Ein Kältemittel nimmt Umweltwärme auf, wird von einem Kompressor verdichtet und dadurch heiß — diese Hitze geht an Ihre Heizung. Aus 1 kWh Strom werden so je nach Anlage 3 bis 4,5 kWh Wärme.

Das Prinzip: ein Kühlschrank, der rückwärts läuft

Ihr Kühlschrank entzieht Lebensmitteln Wärme und gibt sie an der Rückseite in die Küche ab. Eine Wärmepumpe macht genau das Gleiche — nur andersherum: Sie entzieht der Umwelt Wärme und gibt sie in das Haus ab. Möglich macht das ein Kältemittel, das schon bei sehr niedrigen Temperaturen verdampft. Der Kreislauf hat vier Stationen:

  1. Verdampfen: Das flüssige Kältemittel nimmt im Verdampfer Wärme aus Luft, Erde oder Grundwasser auf. Weil sein Siedepunkt extrem niedrig liegt, reicht dafür sogar frostige Winterluft — es wird gasförmig.
  2. Verdichten: Ein strombetriebener Kompressor presst das Gas zusammen. Steigt der Druck, steigt die Temperatur — das Kältemittel wird 60 bis 100 Grad heiß. Hier arbeitet der einzige nennenswerte Stromverbraucher der Anlage.
  3. Wärme abgeben: Im Verflüssiger überträgt das heiße Gas seine Energie an das Heizungswasser — für Heizkörper, Fußbodenheizung und Warmwasser. Dabei kühlt es ab und wird wieder flüssig.
  4. Entspannen: Ein Expansionsventil senkt den Druck wieder ab, das Kältemittel kühlt stark ab — und der Kreislauf beginnt von vorn.

Woher kommt die Wärme? Die drei Quellen im Vergleich

WärmequelleTypische Effizienz (JAZ)Besonderheit
Außenluft (Luft-Wasser)Ø 3,4 im BestandEinfachste und günstigste Installation, keine Genehmigung nötig — die mit Abstand häufigste Wahl
Erdreich (Sole-Wasser)Ø 4,3Effizienter, aber Erdbohrung oder Flächenkollektor nötig — höhere Anschaffungskosten
Grundwasser (Wasser-Wasser)oft > 4,5Höchste Effizienz, aber genehmigungspflichtig und nicht an jedem Standort möglich

Welche Bauart zu Ihrem Grundstück passt, haben wir im Detail hier verglichen: Luft-Wasser oder Erdwärme? Wärmepumpen-Arten im Vergleich.

Die wichtigste Kennzahl: die Jahresarbeitszahl (JAZ)

Die Jahresarbeitszahl verrät, wie effizient eine Wärmepumpe über ein ganzes Jahr wirklich arbeitet: Sie teilt die erzeugte Wärme durch den verbrauchten Strom. Eine JAZ von 4 bedeutet: Aus 1 kWh Strom werden 4 kWh Wärme — 75 Prozent der Heizenergie kommen gratis aus der Umwelt. Gute Anlagen erreichen heute Werte zwischen 3,5 und 4,5.

Entscheidend dafür ist neben der Wärmequelle vor allem die Vorlauftemperatur: Je weniger die Wärmepumpe das Heizwasser aufheizen muss, desto effizienter läuft sie. Fußbodenheizungen und großzügige Heizkörper sind deshalb ideal — ein Grund, warum auch viele Altbauten nach kleinen Anpassungen gut geeignet sind: Wärmepumpe im Altbau: Wann sie sich lohnt.

Wie viel Strom verbraucht eine Wärmepumpe?

Der Verbrauch hängt vom Wärmebedarf des Hauses und der JAZ ab. Für ein Einfamilienhaus sind 3.500 bis 8.000 kWh pro Jahr typisch. Drei Beispielrechnungen mit einer soliden JAZ von 3,5 und einem Wärmepumpen-Stromtarif von rund 27 Cent pro kWh:

Haus (Wärmebedarf)Stromverbrauch pro JahrStromkosten pro Jahr
Gut gedämmt (10.000 kWh)rund 2.900 kWhrund 770 €
Durchschnitt (15.000 kWh)rund 4.300 kWhrund 1.160 €
Älterer Bestand (20.000 kWh)rund 5.700 kWhrund 1.540 €

Spartipp: Spezielle Wärmepumpen-Stromtarife sind deutlich günstiger als Haushaltsstrom. Wie Sie den richtigen Tarif finden, zeigt unser Ratgeber: Wärmepumpen-Stromtarif 2026.

Funktioniert das auch im Winter?

Ja. Moderne Luft-Wasser-Wärmepumpen heizen zuverlässig auch bei zweistelligen Minusgraden — denn selbst frostige Luft enthält physikalisch noch viel nutzbare Wärme. Richtig ist aber: Je kälter die Außenluft, desto mehr Strom braucht die Anlage für die gleiche Wärmemenge. Erd- und Grundwasser-Wärmepumpen kennen dieses Problem kaum, weil ihre Quelle im Winter konstant temperiert bleibt. Für extreme Kältespitzen haben die meisten Geräte zusätzlich einen elektrischen Heizstab als Reserve.

Und was kostet der Spaß?

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kostet 2026 inklusive Einbau typischerweise 27.000 bis 40.000 Euro — vor Förderung. Der Staat übernimmt über die KfW mindestens 30 Prozent, mit Boni bis zu 70 Prozent (bei niedrigen Einkommen sogar 80 Prozent) von maximal 28.000 Euro förderfähigen Kosten. Im besten Fall bleiben damit unter 10.000 Euro Eigenanteil. Alle Zahlen und Rechenbeispiele: Wärmepumpe: Kosten 2026 und die neuen KfW-Konditionen seit dem 21. Juli.

Fazit

Eine Wärmepumpe ist kein Hexenwerk: Sie verschiebt vorhandene Umweltwärme mit etwas Strom auf Heizniveau — und macht so aus jeder Kilowattstunde Strom das Drei- bis Viereinhalbfache an Wärme. Ob sich das für Ihr Haus rechnet, hängt vor allem von Dämmung, Vorlauftemperatur und Wärmequelle ab. Ein Fachbetrieb klärt das mit einer Heizlastberechnung — passende Wärmepumpen-Fachbetriebe in Ihrer Region finden Sie hier.

Häufige Fragen

Wie funktioniert eine Wärmepumpe in einfachen Worten?

Eine Wärmepumpe arbeitet wie ein umgekehrter Kühlschrank: Ein Kältemittel nimmt Wärme aus Luft, Erdreich oder Grundwasser auf, wird von einem strombetriebenen Kompressor verdichtet und dadurch heiß. Diese Hitze wird an Heizung und Warmwasser abgegeben — aus 1 kWh Strom entstehen so je nach Anlage 3 bis 4,5 kWh Wärme.

Funktioniert eine Wärmepumpe auch bei Minusgraden?

Ja. Auch frostige Außenluft enthält nutzbare Wärme, moderne Luft-Wasser-Wärmepumpen heizen zuverlässig bei zweistelligen Minusgraden. Die Effizienz sinkt bei Kälte allerdings, weshalb viele Geräte für extreme Kältespitzen einen elektrischen Heizstab als Reserve haben. Erd- und Grundwasser-Anlagen sind von der Außentemperatur weitgehend unabhängig.

Wie viel Strom verbraucht eine Wärmepumpe im Einfamilienhaus?

Typisch sind 3.500 bis 8.000 kWh pro Jahr, je nach Wärmebedarf des Hauses und Effizienz der Anlage (Jahresarbeitszahl). Ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit 15.000 kWh Wärmebedarf und einer JAZ von 3,5 kommt auf rund 4.300 kWh Strom — bei einem Wärmepumpen-Tarif von rund 27 Cent etwa 1.160 Euro im Jahr.

Was bedeutet die Jahresarbeitszahl (JAZ)?

Die JAZ teilt die übers Jahr erzeugte Wärme durch den verbrauchten Strom und zeigt so die reale Effizienz der Anlage. Eine JAZ von 4 heißt: Aus 1 kWh Strom werden 4 kWh Wärme. Luft-Wasser-Wärmepumpen erreichen im Bestand durchschnittlich etwa 3,4, Erdwärme-Anlagen rund 4,3.