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Luft-Wasser oder Erdwärme? Wärmepumpen-Arten im Vergleich

Luft-Wasser oder Erdwärme? Wärmepumpen-Arten im Vergleich

Editör · 12. August 2026

Die Kurzantwort: Für die meisten Einfamilienhäuser ist die Luft-Wasser-Wärmepumpe mit Gesamtkosten von 27.000 bis 40.000 Euro die pragmatische Wahl — sie ist günstiger, schnell installiert und braucht weder Bohrung noch großes Grundstück. Die Erdwärmepumpe (Sole-Wasser) kostet mit 40.000 bis 50.000 Euro deutlich mehr, arbeitet dafür aber effizienter und mit konstanteren Betriebskosten.

Die Luft-Wasser-Wärmepumpe zieht ihre Energie aus der Außenluft. Ihr Vorteil: geringe Erschließungskosten, kaum Genehmigungsaufwand, Installation oft in wenigen Tagen. Ihr Nachteil: An sehr kalten Tagen sinkt die Effizienz, weil die Temperaturdifferenz zwischen Luft und Heizwasser steigt — genau dann, wenn am meisten geheizt wird. Moderne Geräte heizen aber auch bei minus 20 Grad zuverlässig.

Die Sole-Wasser-Wärmepumpe nutzt die konstante Temperatur des Erdreichs über Erdsonden oder Flächenkollektoren. Für Sonden sind Bohrungen bis etwa 100 Meter Tiefe nötig, die je nach Boden 50 bis 80 Euro pro Meter kosten und genehmigungspflichtig sind. Dafür erreicht sie im Jahresmittel spürbar höhere Effizienzwerte, weil das Erdreich im Winter deutlich wärmer ist als die Außenluft.

Die dritte Variante, die Wasser-Wasser-Wärmepumpe, nutzt Grundwasser und erreicht die höchsten Effizienzwerte. Sie kostet insgesamt 22.000 bis 45.000 Euro, wobei allein die Grundwasser-Erschließung mit 6.000 bis 20.000 Euro zu Buche schlägt. Sie lohnt sich vor allem dort, wo Grundwasser in geeigneter Tiefe und Qualität verfügbar ist — das klärt ein Fachbetrieb vorab.

Das wichtigste Vergleichskriterium ist die Jahresarbeitszahl (JAZ): Sie gibt an, wie viele Kilowattstunden Wärme pro Kilowattstunde Strom erzeugt werden. Eine JAZ ab 3,0 gilt als solide, ab 4,0 als sehr effizient. Erdwärme- und Grundwasseranlagen erreichen im Bestand typischerweise höhere Jahresarbeitszahlen als Luftgeräte — was sich über 20 Jahre Laufzeit in mehreren tausend Euro Stromkosten-Differenz niederschlagen kann.

Ein Rechenbeispiel zur Einordnung: Bei 20.000 Kilowattstunden Wärmebedarf verbraucht eine Anlage mit JAZ 3,5 rund 5.700 Kilowattstunden Strom, eine mit JAZ 4,5 nur 4.400. Bei 25 Cent pro Kilowattstunde im Wärmepumpentarif macht das gut 300 Euro Unterschied pro Jahr.

Für die Förderung spielt die Art der Wärmepumpe seit Juli 2026 keine Rolle mehr — der frühere Effizienzbonus für Erdwärme und natürliche Kältemittel ist entfallen, alle Arten erhalten dieselben Fördersätze von bis zu 80 Prozent. Damit entscheidet vor allem Ihr Grundstück, Ihr Wärmebedarf und Ihr Budget. Ein guter Fachbetrieb rechnet beide Varianten durch — vergleichen Sie Installateure in Ihrer Stadt in unserem Verzeichnis.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Luft-Wasser- und Erdwärmepumpe?

Die Luft-Wasser-Wärmepumpe nutzt Außenluft, kostet 27.000 bis 40.000 Euro und ist schnell installiert. Die Erdwärmepumpe nutzt über Bohrungen die konstante Erdreichtemperatur, kostet 40.000 bis 50.000 Euro und arbeitet dafür effizienter — besonders im Winter.

Welche Jahresarbeitszahl (JAZ) ist gut?

Eine JAZ ab 3,0 gilt als solide, ab 4,0 als sehr effizient. Die JAZ gibt an, wie viele Kilowattstunden Wärme eine Wärmepumpe pro Kilowattstunde Strom erzeugt — je höher, desto niedriger die Stromkosten.

Wird Erdwärme höher gefördert als eine Luft-Wasser-Wärmepumpe?

Nein, seit dem 21. Juli 2026 nicht mehr. Der frühere Effizienzbonus ist entfallen; alle Wärmepumpen-Arten erhalten dieselben KfW-Fördersätze von bis zu 80 Prozent auf maximal 28.000 Euro förderfähige Kosten.

Was kostet eine Erdwärmebohrung?

Erdwärmesonden erfordern Bohrungen bis etwa 100 Meter Tiefe. Je nach Bodenbeschaffenheit kosten sie 50 bis 80 Euro pro Meter, also typischerweise 5.000 bis 8.000 Euro pro Sonde. Die Bohrung ist genehmigungspflichtig.